
Dobratsch, Kärnten © ViFaOs
Zwei Kirchen für die Muttergottes
Weil die Quellen des Dobratsch hauptverantwortlich für die Wasserversorgung in Villach sind, entschloss man sich vor einigen Jahren, den Skibetrieb in diesem sensiblen Naturreservat einzustellen. Die Lifte wurden abgebaut, das Schicksal des Dobratsch schien besiegelt. Aber so schnell wollten die Villacher ihren Hausberg nicht aufgeben. Wer kann es ihnen verübeln – allein der Ausblick weit über die Landesgrenzen hinweg birgt extremes Suchtpotential. Und zudem gibt es die mautpflichtige Alpenstraße, dank derer man bis zur Rosstratte auf 1.732 Meter Seehöhe gelangt – ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Deutsche und Windische Kirche
Zum Beispiel könnte man bis zum Gipfel des Dobratsch (2.167 Meter) aufsteigen. Ein leichter Fußmarsch, für den man ca. 2 Stunden benötigt. Oben angelangt sieht man sich zwei Kirchen gegenüber, die nur wenige Meter voneinander entfernt stehen und beide der Gottesmutter Maria geweiht sind. Die (unwesentlich) höher gelegene Kirche direkt am Rande des Dobratschabbruchs wird als deutsche, die andere als windische Kirche bezeichnet.
Alpenvereinshaus

Dobratsch, Kärtnen
Noch ein Gebäude befindet sich am Gipfel des Dobratsch: Das Ludwig-Walter-Haus gehört dem Österreichischen Alpenverein und ist eine Gastwirtschaft – weil neben dem geistigen auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen darf. Das Alpenvereinshaus steht unmittelbar neben dem riesenhaften ORF Sendemasten, der weite Teile des Landes mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgt.
Alpengarten Villach
Wer nicht bis zum Gipfel des Dobratsch hinaufsteigen will, sollte dem Alpengarten Villacher Alpe einen Besuch abstatten, der sich vom Parkplatz 6 aus in wenigen Fußminuten erreichen lässt. Seit 1973 gibt es dieses botanische Kleinod, dessen Zweck darin besteht, den Besuchern die Schönheiten der südalpinen Blumenwelt vor Augen zu führen. Auf mehr als 10.000 Quadratmetern finden sich 800 Pflanzenarten, die in 25 Pflanzenquartiere eingeteilt sind.
Rosstratte: Geologie und Gastronomie

Am Dobratsch in Kärnten © ViFaOs
Auch Freunde geologischer Besonderheiten sind auf dem Dobratsch richtig: Direkt beim Parkplatz Rosstratte startet der gleichnamige Lehrpfad mit fünf geologischen Stationen. Er vermittelt eindrucksvoll den Reichtum des Dobratschmassivs an unterschiedlichen Gesteinen. Darunter Raritäten wie der Vulkanit und Fossilien wie Korallen und Brachiopoden, so der Fachausdruck für bestimmte fossile muschelartige Tiere. Bohnerze zeugen davon, dass im Mittelalter in den Dobratsch-Dolinen Erz abgebaut wurde.
Was uns schon zu den Schlussbemerkungen führt: Das leibliche Wohl wurde ja bereits im Zusammenhang mit dem Alpenvereinshaus am Dobratsch-Gipfel besprochen. Für selbiges ist auch auf der Rosstratte gesorgt. Hier kümmern sich das Team der Aichingerhütte und des Rosstrattenstüberl um müde, hungrige und durstige Wandervögel. Und wenn man dann erstmal gestärkt ist und seinen Blick rundum schweifen lässt, erwachen die Lebensgeister aufs Neue und im Kopf formen sich bereits die Pläne für weitere Bergerlebnisse …
Mehr Infos: www.region-villach.at
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